BANAL

Wenn sich das Reale von der Realität fernhält.

Kunstakademie Düsseldorf Rundgang 2013 – eine Überwindung.

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Nach jahrelanger Selbstbeweihräucherung (ja, mir ist klar, das eine solche Veranstaltung auch mitunter gerne solche Ambitionen impliziert) sowohl von Studenten wie auch Dozenten, hat sich der Output unter der neuen Leitung von Tonny Cragg deutlich gewandelt. Es findet wieder Austausch statt. Kunst und Künstler berühren, auf allen Ebenen. Mehr denn je, vorbei sind endgültig die Zeiten, in welchen der Rundgang einem Zoobesuch glich: die Akteure, alle durchweg genervt von den Besuchern und das Wesentliche, die Kunst, kam kaum zur Geltung, weil Zaunkämpfe zwischen den Beteiltigten ausgefochten wurden. Es scheint auch ein zeitgemäßer Kunstbegriff in die Räumlichkeiten eingezogen zu sein, dem sich der alte Rektor und viele Professoren in ihrem ewigen Besitzstandwahrungsmodus gegenüber verwehrt haben und eine Stimmung wie zu besten Gulagzeiten modelierten: Achtung und Respekt durch Furcht. Die gesellschaftlich weitläufig in fettigem Alkohol- und Zigarettendunst manifestierte und von einigen Studenten immern noch gelebte bohème Berufsvorstellung eines Künstlers scheint weitestgehend verbannt und hochambitionierte Studenten gieren geradezu nach Austasuch und Kontakt. Ob es denn jetzt noch eines Sicherheitsdienstets bedarf, der wiedermal entgegen der namensgebenden Berufsbezeichnung eher Gegenteiliges bewirkt, um das Rauchen auf den Fluren zu unterbinden: ich weiß nicht, warum müßen die Sicherheitsdienste heute immer noch diesem gestapoesken Sicherheitsverständis nacheifern, in Kleidung wie auch geistiger Haltung? Ich fordere eine rosa Arbeitkluft für alle Sicherheitsdienste per Gesetzbeschluß und Zwangsfamilienaufstellung vor Dienstantritt!

Zurück zum Rundgang. Vielerorts sind Aufforderungen zu lesen, man möge bitte Fragen stellen, Sachen anfassen und kommentieren. (Ich gebe zu, es ist schon ungünstig für einen Ausstausch, wenn eine Horde Kleinkinder binnen Sekunden das Werk einer Künstlerin demolierte und kurz darauf fast alle Mädchen der Klasse weinerlich schreiend durch die Flure rannten, weil der Oberlehrer und die Künstlerin keinen Konsens fanden. Manche Kunstkenner hielten das auch für eine Performance und fortan mußten die armen Mädchen einen Spießrutenlauf durch Handy und Videokameras über sich ergehen lassen, bevor Sie es nach draußen schafften.) Für einige Besucher dann doch zuviel des Guten, sprachen manche Künstler die Menschen sogar eigenmächtig an. Großartig! Weg von der Nabelschau. Dazu tragen auch die in diesem Jahr m.E. vermehrten Live-Performances bei. Wie z.B. Hartmut Fetters repetive Plastiktüten-Mandala Erschaffung und Zerstörung (beide Klasse Grosse)

Zugegeben habe ich mich ersteinmal dem Studium der vielfältigsten Gesichts- und Körperakrobatik der Besucher gewidmet, welche wir bislang ebenfalls nur von Kindern aus dem Zoo kennen, wenn sie erkennen, daß der Löwe ja real ist und der Sicherheitsgraben in letzter Sekunde verhinderte, daß der Aufgeschreckte das Kinde Amuse-Gueulegleich verspeiste. Gefühlt gilt in diesem Jahr “the artist is present”, was man in früherern Jahren bei manchen Professoren schmerzlich vermisste. Der Rundgang ist diesmal in seiner Begriffleichkeit ein eben solcher: die Grenzen zwischen den verschiednene Disziplinen scheinen aufgehoben und der guterzogene Schubladenkunstliebhaber wird überrascht von dem vielfätigen Einsatz der Medien, die eine Bildhauerklasse für Experimente bereithält.

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Die Bildhauerklassen sind seit dem Antritt des neuen Rektors präsenter und zeigen dieses Jahr nun endgültig, daß sie die Lüpertz-Diktatur überwunden haben. Nur mache Künstler im Besuchergewand mögen das noch nicht akzeptieren, und lassen aber auch wirklich gar nichts bessesrwisserisch unkommentiert und alle Umgebenden teilhaben; bleiben aber damit allein auf weiter Flur in der Akademie.image

Hin,hin und auf ins Getümel, eine bunte Mischung toller Ideen und Ansätze, alter und junger Positionen erwartet euch noch bis Sonntag, den 24. Februar 2013 und dieses Jahr mit verlängerten Öffnungszeiten.

Weitere Eindrücke nach dem Doppelpunkt:

imageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimageimage

Und entschuldigt bitte die Hochkantvideos.

Kunstakademie Düsseldorf Rundgang 2013 – eine Überwindung.


Nach jahrelanger Selbstbeweihräucherung (ja, mir ist klar, das eine solche Veranstaltung auch mitunter gerne solche Ambitionen impliziert) sowohl von Studenten wie auch Dozenten, hat sich der Output unter der neuen Leitung von Tonny Cragg deutlich gewandelt. Es findet wieder Austausch statt. Kunst und Künstler berühren, auf allen Ebenen. Mehr denn je, vorbei sind endgültig die Zeiten, in welchen der Rundgang einem Zoobesuch glich: die Akteure, alle durchweg genervt von den Besuchern und das Wesentliche, die Kunst, kam kaum zur Geltung, weil Zaunkämpfe zwischen den Beteiltigten ausgefochten wurden. Es scheint auch ein zeitgemäßer Kunstbegriff in die Räumlichkeiten eingezogen zu sein, dem sich der alte Rektor und viele Professoren in ihrem ewigen Besitzstandwahrungsmodus gegenüber verwehrt haben und eine Stimmung wie zu besten Gulagzeiten modelierten: Achtung und Respekt durch Furcht. Die gesellschaftlich weitläufig in fettigem Alkohol- und Zigarettendunst manifestierte und von einigen Studenten immern noch gelebte bohème Berufsvorstellung eines Künstlers scheint weitestgehend verbannt und hochambitionierte Studenten gieren geradezu nach Austasuch und Kontakt. Ob es denn jetzt noch eines Sicherheitsdienstets bedarf, der wiedermal entgegen der namensgebenden Berufsbezeichnung eher Gegenteiliges bewirkt, um das Rauchen auf den Fluren zu unterbinden: ich weiß nicht, warum müßen die Sicherheitsdienste heute immer noch diesem gestapoesken Sicherheitsverständis nacheifern, in Kleidung wie auch geistiger Haltung? Ich fordere eine rosa Arbeitkluft für alle Sicherheitsdienste per Gesetzbeschluß und Zwangsfamilienaufstellung vor Dienstantritt!

Zurück zum Rundgang. Vielerorts sind Aufforderungen zu lesen, man möge bitte Fragen stellen, Sachen anfassen und kommentieren. (Ich gebe zu, es ist schon ungünstig für einen Ausstausch, wenn eine Horde Kleinkinder binnen Sekunden das Werk einer Künstlerin demolierte und kurz darauf fast alle Mädchen der Klasse weinerlich schreiend durch die Flure rannten, weil der Oberlehrer und die Künstlerin keinen Konsens fanden. Manche Kunstkenner hielten das auch für eine Performance und fortan mußten die armen Mädchen einen Spießrutenlauf durch Handy und Videokameras über sich ergehen lassen, bevor Sie es nach draußen schafften.) Für einige Besucher dann doch zuviel des Guten, sprachen manche Künstler die Menschen sogar eigenmächtig an. Großartig! Weg von der Nabelschau. Dazu tragen auch die in diesem Jahr m.E. vermehrten Live-Performances bei. Wie z.B. Hartmut Fetters repetive Plastiktüten-Mandala Erschaffung und Zerstörung (beide Klasse Grosse)

Zugegeben habe ich mich ersteinmal dem Studium der vielfältigsten Gesichts- und Körperakrobatik der Besucher gewidmet, welche wir bislang ebenfalls nur von Kindern aus dem Zoo kennen, wenn sie erkennen, daß der Löwe ja real ist und der Sicherheitsgraben in letzter Sekunde verhinderte, daß der Aufgeschreckte das Kinde Amuse-Gueulegleich verspeiste. Gefühlt gilt in diesem Jahr “the artist is present”, was man in früherern Jahren bei manchen Professoren schmerzlich vermisste. Der Rundgang ist diesmal in seiner Begriffleichkeit ein eben solcher: die Grenzen zwischen den verschiednene Disziplinen scheinen aufgehoben und der guterzogene Schubladenkunstliebhaber wird überrascht von dem vielfätigen Einsatz der Medien, die eine Bildhauerklasse für Experimente bereithält.


Die Bildhauerklassen sind seit dem Antritt des neuen Rektors präsenter und zeigen dieses Jahr nun endgültig, daß sie die Lüpertz-Diktatur überwunden haben. Nur mache Künstler im Besuchergewand mögen das noch nicht akzeptieren, und lassen aber auch wirklich gar nichts bessesrwisserisch unkommentiert und alle Umgebenden teilhaben; bleiben aber damit allein auf weiter Flur in der Akademie.


Hin,hin und auf ins Getümel, eine bunte Mischung toller Ideen und Ansätze, alter und junger Positionen erwartet euch noch bis Sonntag, den 24. Februar 2013 und dieses Jahr mit verlängerten Öffnungszeiten.

Weitere Eindrücke nach dem Doppelpunkt:













































Und entschuldigt bitte die Hochkantvideos.

Weiter.

Ein Jahresübergang, der mich mit einen ähnlichem Moment der Offenbarung zurückließ, wie jener, als ich realisierte, daß ich nicht mehr rauche, nachdem ich einfach vergessen hatte es zu tun, während ich eine Erkältung auslag. Ein Abend, der Unprätentiöser nicht hätte sein können. Der Sekt wurde erst 5 Minuten vor Zwölfe kaltgestellt, 2,5 Minuten vor dem weltweiten Pathos-Flash-Mob entschied sich die Doppelkopfrunde für eine weitere schnelle Partie, und meine Kniffel-Gefährten wollten eben jenes namensgebende Glücksgefühl noch unbedingt im entscheidenden Wurf manifestiert sehen. Alea iacta est, da war das neue Jahr. Kein Kniffel, aber drei hübsche Einser. Na, das ist doch was. Geknallt wurde nicht, abgesehen vom lauwarmen Sekt, dann aber auch im Kopf. Und wegen der Abwesenheit von Rauchern, war das Vorsatzgemurmel drastisch auf gefühlte 30 Sekunden reduziert worden und brachte das eine Kind kurzfristig in Atemnot, ob fehlender Möglichkeiten die Wunderkerze zu entfackeln. Und wieder zurück in die warme Hütte, sich wieder zuwenden. Ich kramte meinen Glückskeks hervor, welche mir die Kassiererin bei Kaisers morgens zusteckte und dienstbeflissen einen guten Rutsch wünschte, und dabei gleichzeitig die Waren des Hintermannes scannte sowie per Mikrofon jemanden zum Leergutautomat orderte. “Die Zeit vermag alle Wunden zu heilen, Sie ist aber kein Schönheitschirurg”. Ja ganz wunderbar. Alles andere wäre auch fatal. Und überhaupt diese Glückskekse. Sie sind das teiggewordene Manifest des missverstandenen Freiheitsstrebens und daraus resultierenden persönlichen Suche nach dem eigenen Glück. Freiheit wollen, aber nur für sich und unter der Bedingung, daß irgendjemandes Freiheiten eingeschränkt werden? Ne Kinners, da läuft was falsch, so wird kein Schuh draus. Warum nicht für die Freiheit der Gesellschaft einstehen und sich mal ein wenig zurücknehmen? Denn “Wir” sind nicht zwangsläufig die Summe der einzelnen Ichs. Aber besteht Freiheit für eine Gesellschaft, wirkt sich das unmittelbar auf den Einzelnen aus. Das wünsche ich mir auch besonders für Digitalien. Es schadet dennoch nicht sich von Menschen fernzuhalten, die einem schaden. Oha, doch ein Vorsatz fürs neue Jahr, letzendlich aber schon im letzten eingefädelt. Es war ein anstrengendes Jahr in privater wie beruflicher Hinsicht. Ein Jahr um sicherer und routinierter in vielen Gefilden geworden zu sein. Im neuen Jahr weiteren Balast abwerfen und weiter fokussieren. Und die Ausschläge der Kurven zäumen. Links und Rechts etwas abschneiden, vielleicht auch nur säumen, um den Blick für´s Ganze wieder zu schärfen. Platz schaffen, um diesen wieder neu zu besetzen. Ein großes Ziel ist bereits zu Beginn gesetzt: es wird wieder mehr gereist. Im Kopf, beruflich sowie auch privat. Feine Aussichten sind das, es gibt viel zu tun.


Weiter.

Ein Jahresübergang, der mich mit einen ähnlichem Moment der Offenbarung zurückließ, wie jener, als ich realisierte, daß ich nicht mehr rauche, nachdem ich einfach vergessen hatte es zu tun, während ich eine Erkältung auslag. Ein Abend, der Unprätentiöser nicht hätte sein können. Der Sekt wurde erst 5 Minuten vor Zwölfe kaltgestellt, 2,5 Minuten vor dem weltweiten Pathos-Flash-Mob entschied sich die Doppelkopfrunde für eine weitere schnelle Partie, und meine Kniffel-Gefährten wollten eben jenes namensgebende Glücksgefühl noch unbedingt im entscheidenden Wurf manifestiert sehen. Alea iacta est, da war das neue Jahr. Kein Kniffel, aber drei hübsche Einser. Na, das ist doch was. Geknallt wurde nicht, abgesehen vom lauwarmen Sekt, dann aber auch im Kopf. Und wegen der Abwesenheit von Rauchern, war das Vorsatzgemurmel drastisch auf gefühlte 30 Sekunden reduziert worden und brachte das eine Kind kurzfristig in Atemnot, ob fehlender Möglichkeiten die Wunderkerze zu entfackeln. Und wieder zurück in die warme Hütte, sich wieder zuwenden. Ich kramte meinen Glückskeks hervor, welche mir die Kassiererin bei Kaisers morgens zusteckte und dienstbeflissen einen guten Rutsch wünschte, und dabei gleichzeitig die Waren des Hintermannes scannte sowie per Mikrofon jemanden zum Leergutautomat orderte. “Die Zeit vermag alle Wunden zu heilen, Sie ist aber kein Schönheitschirurg”. Ja ganz wunderbar. Alles andere wäre auch fatal. Und überhaupt diese Glückskekse. Sie sind das teiggewordene Manifest des missverstandenen Freiheitsstrebens und daraus resultierenden persönlichen Suche nach dem eigenen Glück. Freiheit wollen, aber nur für sich und unter der Bedingung, daß irgendjemandes Freiheiten eingeschränkt werden? Ne Kinners, da läuft was falsch, so wird kein Schuh draus. Warum nicht für die Freiheit der Gesellschaft einstehen und sich mal ein wenig zurücknehmen? Denn “Wir” sind nicht zwangsläufig die Summe der einzelnen Ichs. Aber besteht Freiheit für eine Gesellschaft, wirkt sich das unmittelbar auf den Einzelnen aus. Das wünsche ich mir auch besonders für Digitalien. Es schadet dennoch nicht sich von Menschen fernzuhalten, die einem schaden. Oha, doch ein Vorsatz fürs neue Jahr, letzendlich aber schon im letzten eingefädelt. Es war ein anstrengendes Jahr in privater wie beruflicher Hinsicht. Ein Jahr um sicherer und routinierter in vielen Gefilden geworden zu sein. Im neuen Jahr weiteren Balast abwerfen und weiter fokussieren. Und die Ausschläge der Kurven zäumen. Links und Rechts etwas abschneiden, vielleicht auch nur säumen, um den Blick für´s Ganze wieder zu schärfen. Platz schaffen, um diesen wieder neu zu besetzen. Ein großes Ziel ist bereits zu Beginn gesetzt: es wird wieder mehr gereist. Im Kopf, beruflich sowie auch privat. Feine Aussichten sind das, es gibt viel zu tun.


63,75 

Gefühlt ist ja meistens alles schon gesagt. Aber das macht ja nichts. Weil, wenn Projekte aus soviel Herzblut, Begeisterung und purem Wahnsinn entstehen, dann darf, nein muss die Anzahl an Kübeln in die Fantastillionen gehen, welche dann digital darüber verschüttet werden. Aber worum geht es hier? Es geht um ein Heimatmagazin UND es geht um Orte in Wiesbaden, Orte die eigentlich keiner mehr sehen kann, geschweige den etwas darüber lesen will. Und ich habe nach schlaflosen Nächten und fantasierenden Momenten ausgerechnet den zweit meist fotografiertesten Ort geschickt bekommen. KAZONG!, ich hätte aber wie die 62 anderen Autoren auch das meistgehasste Motiv bekommen können. Oder nur das Impressum. Insgesamt sind es 75 an der Zahl. Ihr ahnt es, Namesgebung und so. Aber nicht nur um Orte, auch um Dinge oder Konstellationen kann es gehen. Darüber schreiben also nun weltbekannte Menschen wie Sibylle Berg, Alexandra Tobor und Peter Breuer, viele bekannte Blogger aber auch einige Unbekannte, so wie ich, weil Sie diese örtlichen Gegebenheiten in ihren Fantasien besser kennen als kein anderer, schließlich haben Sie Wiesbaden noch niemals besucht. So freute ich mich sehr über Metzgermeisters Huck Hass Anfrage zu dieser ungewöhnlichen Idee und durfte darauf diesen 1,5 kg Literaturschinken mit meinen fettigen 5 Gramm spicken –denn, Huck sagt man nicht ab! NIE, NIE, NIE, NIEMALS – außer es gibt nichts zu Essen. Aber auch die kulinarisch Interessierten werden in diesem Buch auf ihre Kosten kommen. Und so finden in diesem Allmannach der geistigen Psychopharmaka die unglaublichsten Geschichten Einzug, die alles bisher dagewesene in tiefen, dunkel-dunkel druckergeschwärzten Schatten stellen. New York, Hongkong, Paris und Berlin sind die neuen Provinzen, die Welt richtet ihre Aufmerksamkeit nach diesem Buch auf Wiesbaden. Wer sich nicht heute noch sein Buch sichert, um zur Weihnachtszeit mal mit anderen Geschichten zu glänzen, ich weiß nicht, der hat einfach keinen Stijl.

Schaut, hier im Regal gibt es das prächtige Werk “63,75 – Pfiffige Sichtweisen auf eine im Grunde ihres Herzens liebenswerte Stadt” oder auch hier mit ein, zwei Voransichten. Und wer fleißig googelt oder da mal nachschaut, findet weitere der 74 anderen Geschichten im Netz;

Es war mir eine wahre Freude und meinen Text zur Nerobergbahn gibt es jetzt nach dem Doppelpunkt:


–Dazwischen.


"EEISEENBAHNLOOKOOMOOTIIIEFFÜÖHRREEEHR IIIST OIN SCHOISSTSCHOPP" tönte es in einem Legato vorgetragenem Bassgewitter aus den Tiefen von Piotrs Magengrube. Dicht gefolgt von einer Armada anerkennender Rülpser. Über den Schulhof legte sich eine Wolke der Gerüche, welche eine Hafenkneipe in Irkutsk zu später Stunde zu einer Wellness-Oase degradierte. Die Anderen bewunderten Piotr für sein gottkörpergegebenes Geschick, seine von väterlicher Seite täglich wiederholten zu vermeidenden Serviervorschlag für Piotrs Lebensentwurf, zweimal hintereinander und ohne Luft zu holen, zu rülpsen. Einziges Hilfsmittel, und von den anderen im bedeutungsschwerer Runde für rechtens erklärt, war eine Flasche selbst gemachte Soda.  Zuvor mußte er dem Großvater noch eine Patrone feinstes CO2 und sein Siphon stibitzen. Sie wissen noch, damals, als man mit CO2 noch leckere Getränke zubereitete und die Erderwärmung am nördlichsten Zipfel Europas zur Mittsommernachtswende auf ausgedienten LKW-Fahrerkabinen genoss.

Kolja war hin und her gerissen zwischen bedingungsloser Anbetung für diesen Akt jugendlicher Körperbeherrschung, welcher ihm bei Beherrschung einen deutlich höheren Rang innerhalb der Gruppe sichern würde und einer großen Traurigkeit, daß keiner seiner Freunde, seine Liebe zur Eisenbahn teilte; Und die Bewunderung für die Männer vorne in der Kanzel der Dampflock. Koljas Uropa war einer der bedeutendsten Pioniere der Eisenbahngeschichte und die Erzählungen seines Vaters, zählten zu seinen ganz persönlichen Abenteuergeschichten in Karl-May-Manier, selbst als er eines Tages in den Besitz einer alten Ausgabe des „Der Schatz im Silbersee“ kam. Sein Bruder Ferda fand dieses Stück westlicher Heldensaga in einem dieser Pappkartons mit anderen ausgemusterten Büchern, der eigens zum Schmuggeln von PERSIL-Packungen und Eduscho-Kaffee diente. Exiltschechen und anderen Westbürger konnten mit einer extra Packung Persil mit einem schnellen und unauffälligen Grenzübergang bei findigen Grenzübergangschlagbaumhaltern rechnen, um einige Kilometer weiter ein wenig kapitalistische Noblesse an den kargen Kaffeetisch der Verwandten und Freunde zu hauchen. Selbst nachdem Kolja also dieses Buch verschlungen hatte, konnte er der Cowboy-und-Indianer-Romantik seiner meisten Kameraden nichts abgewinnen, war es doch die Eisenbahn die ihn bannte. Nach dem Henne-Ei-Prinzip mutmaßte er über die Namensgebung des stolzen Dampfrosses „Old Firehand“ und verdrängte den innewohnenden Anachronismus der Geschichten: Old Shatterhand ist doch nach heldenhafter Abwehr der Zugräuber schließlich Lokführer geworden.


Die Cowboys und Indianer rangen unterm Strich doch immer um dasselbe mickrige Fleckchen Erde, mit mal mehr mal weniger Land, Pferden und/oder Toten.  Aber mit einer Crampton-Dampflokomotive der „Camden and Amboy Railroad“ Bj. 1847, New Jersey, mit Dampfpfeife und Funkenabsorber zur Verhinderung von Prärie- und Waldbränden im Schornstein, konnte man ganze Himmelsrichtungen erobern! Frontlaternen gab es gegen Aufpreis.  Als meistgeorderte Sonderausstattung sollte sich der „Kuhfänger” erweisen. Im Kleingedruckten als Schienenräumer geführt, lässt sich erahnen, daß sich die Ingenieure des Potentials zur Welteroberung ihrer Erfindung bewusst waren und für den solventen Feldherren ab Werk alles vorhalten wollten.  Ja, damit sei die Eroberung des Westens schon leichter zu gestalten ginge es nach Koljas Opa, auch ohne Zufuhr von aufmunternden selbstgebranntem Destillat. 


Aber Ermutigung war dem Konjunktiv nicht vorbehalten, sodaß Koljas Bruder an einem kühnen Sprung über den Schlagbaum tüftelte. Ferda arbeitete in Prag, beim „Institut für die allgemeine Perfektionierung der Menschheit“ und hat in letzter Zeit durch sein Gerede über Abflug, Berge und Welteroberung, dem Vater die abendliche Show bei Abendbrot gestohlen. Die meisten Väter hatten ihre Premiere beim abendlichen Zusammensein, nachdem Sie tagsüber die Rantparade auf den Westen in der Kneipe generalprobiert und die antikapitalistischen Stimmbänder mit genügend Alkohol geschmiert haben.  Alkohol war schon damals ein probates Mittel zur Knechtung der Untertanen. Denn was anderorts und andernzeit zur intellektuellen Maxime einer Generation werden sollte, dessen Möglichkeit beraubte man generationenübergreifend alle Kinder, Väter, Opas und Mütter und verschwendete ihrer anstatt deren Jugend.

Nacht für Nacht fantasierte sich Kolja in wildesten Schienenmanövern in den Schlaf und träumte von – ja was genau eigentlich, er wußte es selber nicht. Volkseigenem Glück? Einer eigenen Dampflok? Dem großen Ding im Westen (Westen für exemplarisch alles was man hier zu glauben nicht hatte). Hatte Vaters täglich Brot seine Hirnwindungen vollends verwindet?
Bevor er einen weiteren Tagtraum damit füllen konnte, passierte es von heut´ auf morgen:

Als Kolja eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in auf dem Rücksitz eines Skoda 100 mit ungeheuren Kopfschmerzen.

Es war der Wagen seines Bruders, von ihm aber weit und breit nicht mal ein Hauch Victoria. Dejavubenommen richtete er sich auf und sortierte sich: Neben ihm eine Aktentasche, zweifelsohne die seines Bruders, er erkannte sie sofort. An den vielen von hinten ins Leder gepressten stalinistischen Sternen, welche die Vorderseite der Klappe schmückten. 51 an der Zahl, verrieten des Bruders wahren Herzschlag. Doch kaum einer seiner Genossen schenkte der Verzierung Beachtung, standen sie durch die inflationäre Anwendung nach Corporate Design Handbuch aus dem Hause  Väterchen Frost in Ihrer Wirkung kaum dem Konterfei Ches´ auf den T-Shirts der Straßenhändler in europäischen Metropolen nach. Sie war ledern und speckig, dunkles rostbraun, nur innen im hinteren, nie genutzten Fach mit dem sperrigen Reißverschluss, gefertigt aus dem Chrom des Ostens, diesem billigen Weißblech-Aluminium, welches Sie auch für die Zahnfüllungen verwendeten, konnte man das jungfräuliche helle und aufgeraute Leder sehen. In diesem Fach fand er eine Kladde mit wissenschaftlich aufgearbeiteten, biologischen Datenblättern und jedem Blatt war ein Tütchen mit Samen angehangen, welche Notizen enthielten wie: Liebe, Freude, Glück, Gesundheit, Vertrauen und Respekt/Achtung keine Eigentherapie!  Was für Banalitäten dachte er sich noch, obwohl er insgeheim ahnte, daß es das Banale war, was jeden Einzelnen von ihnen innerhalb der auferlegten Konformität Raum zum Leben gab.  Er schaute sich um und bemerkte wie der Schlüssel noch im Zündschloss baumelte, wie ein animiertes .gif.


Dann – KAWUMMS– ein kräftiger Ruck holte Kolja aus seinem Sekundenschlaf: Mist, er hatte den Bremsvorgang zu spät eingeleitet und soeben mit voller Wucht einen vollbeladenen Wagen mit Touristen aus aller Welt in die Talstation des Wiesbadener Hausberges gesetzt. Überraschenderweise war die Stimmung an Bord aber ausgelassen, alle waren euphorisiert, durchdrängt von einer Gruppendynamik wie sie sonst nur auf Kreuzfahrtschiffen zu finden ist – nur im positiven Sinne.  Kinder wollten sich mit ihm vor der Bergbahn fotografieren lassen, Pärchen die noch kurz zuvor ihren Beziehungsstatus auf Facebook ändern wollten hüpften mit rosaroter Weichzeicher-Aura vom Wagen und der vorhin noch übel gelaunte Freizeitgangster erklärte einem Mann, der sein Großvater hätte sein können, es aber aus Gründen nicht war, was es mit diesem Sprechgesang auf sich hatte.  Das war die letzte Fahrt für heute, nur noch die abendliche Kontrollfahrt und er konnte es einen Tag nennen. Lässiger als Jean-Paul Belmondo in Godards 87-minütigen Gauloises-Werbefilmen der 60er, zündete er sich eine Zigarette an, mit einem dieser Streichhölzer, die sich an allen und allem entzünden leisen; Feuerzeuge, die waren nichts mehr für seine gichtigen Hände. Er fuhr langsam an. Die Sonne im Sinkflug, er den Berg aufwärts, mit dieser Sicherheit und dem Urvertrauen, wie man es nur in jungen Jahren kannte, hinten auf dem nicht vorhandenen Sozius der lauten, im Schluckauf knatternden Jawa, ohne Helm und Opa von hinten umklammert, und die andern Kinder, aufgeregt kreischend am Straßenrand, mit voranschreitender Geschwindigkeit eine visuelle Einheit mit der Umgebung formten und man die Augen schließend seinen Kopf an den warmen Rücken senkte. Augenblicke, in welchen es egal war zu wissen, wo es hingeht, aber die Möglichkeit zu glauben, erschütternd war.


Und auf dem Weg nach oben, schleuderte er mit einer längst ritualisierten Handbewegung links und rechts ein paar Samen aus seiner Jackentasche in die Grünflächen neben die Gleise.

63,75 

Gefühlt ist ja meistens alles schon gesagt. Aber das macht ja nichts. Weil, wenn Projekte aus soviel Herzblut, Begeisterung und purem Wahnsinn entstehen, dann darf, nein muss die Anzahl an Kübeln in die Fantastillionen gehen, welche dann digital darüber verschüttet werden. Aber worum geht es hier? Es geht um ein Heimatmagazin UND es geht um Orte in Wiesbaden, Orte die eigentlich keiner mehr sehen kann, geschweige den etwas darüber lesen will. Und ich habe nach schlaflosen Nächten und fantasierenden Momenten ausgerechnet den zweit meist fotografiertesten Ort geschickt bekommen. KAZONG!, ich hätte aber wie die 62 anderen Autoren auch das meistgehasste Motiv bekommen können. Oder nur das Impressum. Insgesamt sind es 75 an der Zahl. Ihr ahnt es, Namesgebung und so. Aber nicht nur um Orte, auch um Dinge oder Konstellationen kann es gehen. Darüber schreiben also nun weltbekannte Menschen wie Sibylle Berg, Alexandra Tobor und Peter Breuer, viele bekannte Blogger aber auch einige Unbekannte, so wie ich, weil Sie diese örtlichen Gegebenheiten in ihren Fantasien besser kennen als kein anderer, schließlich haben Sie Wiesbaden noch niemals besucht. So freute ich mich sehr über Metzgermeisters Huck Hass Anfrage zu dieser ungewöhnlichen Idee und durfte darauf diesen 1,5 kg Literaturschinken mit meinen fettigen 5 Gramm spicken –denn, Huck sagt man nicht ab! NIE, NIE, NIE, NIEMALS – außer es gibt nichts zu Essen. Aber auch die kulinarisch Interessierten werden in diesem Buch auf ihre Kosten kommen. Und so finden in diesem Allmannach der geistigen Psychopharmaka die unglaublichsten Geschichten Einzug, die alles bisher dagewesene in tiefen, dunkel-dunkel druckergeschwärzten Schatten stellen. New York, Hongkong, Paris und Berlin sind die neuen Provinzen, die Welt richtet ihre Aufmerksamkeit nach diesem Buch auf Wiesbaden. Wer sich nicht heute noch sein Buch sichert, um zur Weihnachtszeit mal mit anderen Geschichten zu glänzen, ich weiß nicht, der hat einfach keinen Stijl.

Schaut, hier im Regal gibt es das prächtige Werk “63,75 – Pfiffige Sichtweisen auf eine im Grunde ihres Herzens liebenswerte Stadt” oder auch hier mit ein, zwei Voransichten. Und wer fleißig googelt oder da mal nachschaut, findet weitere der 74 anderen Geschichten im Netz;

Es war mir eine wahre Freude und meinen Text zur Nerobergbahn gibt es jetzt nach dem Doppelpunkt:


–Dazwischen.


"EEISEENBAHNLOOKOOMOOTIIIEFFÜÖHRREEEHR IIIST OIN SCHOISSTSCHOPP" tönte es in einem Legato vorgetragenem Bassgewitter aus den Tiefen von Piotrs Magengrube. Dicht gefolgt von einer Armada anerkennender Rülpser. Über den Schulhof legte sich eine Wolke der Gerüche, welche eine Hafenkneipe in Irkutsk zu später Stunde zu einer Wellness-Oase degradierte. Die Anderen bewunderten Piotr für sein gottkörpergegebenes Geschick, seine von väterlicher Seite täglich wiederholten zu vermeidenden Serviervorschlag für Piotrs Lebensentwurf, zweimal hintereinander und ohne Luft zu holen, zu rülpsen. Einziges Hilfsmittel, und von den anderen im bedeutungsschwerer Runde für rechtens erklärt, war eine Flasche selbst gemachte Soda.  Zuvor mußte er dem Großvater noch eine Patrone feinstes CO2 und sein Siphon stibitzen. Sie wissen noch, damals, als man mit CO2 noch leckere Getränke zubereitete und die Erderwärmung am nördlichsten Zipfel Europas zur Mittsommernachtswende auf ausgedienten LKW-Fahrerkabinen genoss.

Kolja war hin und her gerissen zwischen bedingungsloser Anbetung für diesen Akt jugendlicher Körperbeherrschung, welcher ihm bei Beherrschung einen deutlich höheren Rang innerhalb der Gruppe sichern würde und einer großen Traurigkeit, daß keiner seiner Freunde, seine Liebe zur Eisenbahn teilte; Und die Bewunderung für die Männer vorne in der Kanzel der Dampflock. Koljas Uropa war einer der bedeutendsten Pioniere der Eisenbahngeschichte und die Erzählungen seines Vaters, zählten zu seinen ganz persönlichen Abenteuergeschichten in Karl-May-Manier, selbst als er eines Tages in den Besitz einer alten Ausgabe des „Der Schatz im Silbersee“ kam. Sein Bruder Ferda fand dieses Stück westlicher Heldensaga in einem dieser Pappkartons mit anderen ausgemusterten Büchern, der eigens zum Schmuggeln von PERSIL-Packungen und Eduscho-Kaffee diente. Exiltschechen und anderen Westbürger konnten mit einer extra Packung Persil mit einem schnellen und unauffälligen Grenzübergang bei findigen Grenzübergangschlagbaumhaltern rechnen, um einige Kilometer weiter ein wenig kapitalistische Noblesse an den kargen Kaffeetisch der Verwandten und Freunde zu hauchen. Selbst nachdem Kolja also dieses Buch verschlungen hatte, konnte er der Cowboy-und-Indianer-Romantik seiner meisten Kameraden nichts abgewinnen, war es doch die Eisenbahn die ihn bannte. Nach dem Henne-Ei-Prinzip mutmaßte er über die Namensgebung des stolzen Dampfrosses „Old Firehand“ und verdrängte den innewohnenden Anachronismus der Geschichten: Old Shatterhand ist doch nach heldenhafter Abwehr der Zugräuber schließlich Lokführer geworden.


Die Cowboys und Indianer rangen unterm Strich doch immer um dasselbe mickrige Fleckchen Erde, mit mal mehr mal weniger Land, Pferden und/oder Toten.  Aber mit einer Crampton-Dampflokomotive der „Camden and Amboy Railroad“ Bj. 1847, New Jersey, mit Dampfpfeife und Funkenabsorber zur Verhinderung von Prärie- und Waldbränden im Schornstein, konnte man ganze Himmelsrichtungen erobern! Frontlaternen gab es gegen Aufpreis.  Als meistgeorderte Sonderausstattung sollte sich der „Kuhfänger” erweisen. Im Kleingedruckten als Schienenräumer geführt, lässt sich erahnen, daß sich die Ingenieure des Potentials zur Welteroberung ihrer Erfindung bewusst waren und für den solventen Feldherren ab Werk alles vorhalten wollten.  Ja, damit sei die Eroberung des Westens schon leichter zu gestalten ginge es nach Koljas Opa, auch ohne Zufuhr von aufmunternden selbstgebranntem Destillat. 


Aber Ermutigung war dem Konjunktiv nicht vorbehalten, sodaß Koljas Bruder an einem kühnen Sprung über den Schlagbaum tüftelte. Ferda arbeitete in Prag, beim „Institut für die allgemeine Perfektionierung der Menschheit“ und hat in letzter Zeit durch sein Gerede über Abflug, Berge und Welteroberung, dem Vater die abendliche Show bei Abendbrot gestohlen. Die meisten Väter hatten ihre Premiere beim abendlichen Zusammensein, nachdem Sie tagsüber die Rantparade auf den Westen in der Kneipe generalprobiert und die antikapitalistischen Stimmbänder mit genügend Alkohol geschmiert haben.  Alkohol war schon damals ein probates Mittel zur Knechtung der Untertanen. Denn was anderorts und andernzeit zur intellektuellen Maxime einer Generation werden sollte, dessen Möglichkeit beraubte man generationenübergreifend alle Kinder, Väter, Opas und Mütter und verschwendete ihrer anstatt deren Jugend.

Nacht für Nacht fantasierte sich Kolja in wildesten Schienenmanövern in den Schlaf und träumte von – ja was genau eigentlich, er wußte es selber nicht. Volkseigenem Glück? Einer eigenen Dampflok? Dem großen Ding im Westen (Westen für exemplarisch alles was man hier zu glauben nicht hatte). Hatte Vaters täglich Brot seine Hirnwindungen vollends verwindet?
Bevor er einen weiteren Tagtraum damit füllen konnte, passierte es von heut´ auf morgen:

Als Kolja eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in auf dem Rücksitz eines Skoda 100 mit ungeheuren Kopfschmerzen.

Es war der Wagen seines Bruders, von ihm aber weit und breit nicht mal ein Hauch Victoria. Dejavubenommen richtete er sich auf und sortierte sich: Neben ihm eine Aktentasche, zweifelsohne die seines Bruders, er erkannte sie sofort. An den vielen von hinten ins Leder gepressten stalinistischen Sternen, welche die Vorderseite der Klappe schmückten. 51 an der Zahl, verrieten des Bruders wahren Herzschlag. Doch kaum einer seiner Genossen schenkte der Verzierung Beachtung, standen sie durch die inflationäre Anwendung nach Corporate Design Handbuch aus dem Hause  Väterchen Frost in Ihrer Wirkung kaum dem Konterfei Ches´ auf den T-Shirts der Straßenhändler in europäischen Metropolen nach. Sie war ledern und speckig, dunkles rostbraun, nur innen im hinteren, nie genutzten Fach mit dem sperrigen Reißverschluss, gefertigt aus dem Chrom des Ostens, diesem billigen Weißblech-Aluminium, welches Sie auch für die Zahnfüllungen verwendeten, konnte man das jungfräuliche helle und aufgeraute Leder sehen. In diesem Fach fand er eine Kladde mit wissenschaftlich aufgearbeiteten, biologischen Datenblättern und jedem Blatt war ein Tütchen mit Samen angehangen, welche Notizen enthielten wie: Liebe, Freude, Glück, Gesundheit, Vertrauen und Respekt/Achtung keine Eigentherapie!  Was für Banalitäten dachte er sich noch, obwohl er insgeheim ahnte, daß es das Banale war, was jeden Einzelnen von ihnen innerhalb der auferlegten Konformität Raum zum Leben gab.  Er schaute sich um und bemerkte wie der Schlüssel noch im Zündschloss baumelte, wie ein animiertes .gif.


Dann – KAWUMMS– ein kräftiger Ruck holte Kolja aus seinem Sekundenschlaf: Mist, er hatte den Bremsvorgang zu spät eingeleitet und soeben mit voller Wucht einen vollbeladenen Wagen mit Touristen aus aller Welt in die Talstation des Wiesbadener Hausberges gesetzt. Überraschenderweise war die Stimmung an Bord aber ausgelassen, alle waren euphorisiert, durchdrängt von einer Gruppendynamik wie sie sonst nur auf Kreuzfahrtschiffen zu finden ist – nur im positiven Sinne.  Kinder wollten sich mit ihm vor der Bergbahn fotografieren lassen, Pärchen die noch kurz zuvor ihren Beziehungsstatus auf Facebook ändern wollten hüpften mit rosaroter Weichzeicher-Aura vom Wagen und der vorhin noch übel gelaunte Freizeitgangster erklärte einem Mann, der sein Großvater hätte sein können, es aber aus Gründen nicht war, was es mit diesem Sprechgesang auf sich hatte.  Das war die letzte Fahrt für heute, nur noch die abendliche Kontrollfahrt und er konnte es einen Tag nennen. Lässiger als Jean-Paul Belmondo in Godards 87-minütigen Gauloises-Werbefilmen der 60er, zündete er sich eine Zigarette an, mit einem dieser Streichhölzer, die sich an allen und allem entzünden leisen; Feuerzeuge, die waren nichts mehr für seine gichtigen Hände. Er fuhr langsam an. Die Sonne im Sinkflug, er den Berg aufwärts, mit dieser Sicherheit und dem Urvertrauen, wie man es nur in jungen Jahren kannte, hinten auf dem nicht vorhandenen Sozius der lauten, im Schluckauf knatternden Jawa, ohne Helm und Opa von hinten umklammert, und die andern Kinder, aufgeregt kreischend am Straßenrand, mit voranschreitender Geschwindigkeit eine visuelle Einheit mit der Umgebung formten und man die Augen schließend seinen Kopf an den warmen Rücken senkte. Augenblicke, in welchen es egal war zu wissen, wo es hingeht, aber die Möglichkeit zu glauben, erschütternd war.


Und auf dem Weg nach oben, schleuderte er mit einer längst ritualisierten Handbewegung links und rechts ein paar Samen aus seiner Jackentasche in die Grünflächen neben die Gleise.

Art is…

vielfältig, nicht greifbar und erklärbar. Aber auf einen gemeinsamen Nenner kommen alle: Sie berührt; tief. Schaut´ selbst. Geroge Quasha hat mittlerweile über 900 zeitgenösische Künstler wie z.B. Marina Abramovic, Kathleen Anderson, David Antin, Eleanor Antin, Alain Arias-Misson, Arman, Richard Artschwager, Conrad Atkinson, SoHyun Bae, Bill Beckley, S, Eva Karczag, Alex Katz, Alison Knowles, Stephen Korns, Yayoi Kusama, Pat Lipsky, Larry Litt, Brian Maguire, Chris Mann, Anthony McCall, Ann Messner, Larry Miller, Meredith Monk, Mamta Murthy, Nobuho Nagasawa, Monica Narula, Martin Lam Nguyen, Dennis Oppenheim, Tom Phillips, Isabela Prado, Praxis, Raquel Rabinovich, Carter Ratcliff, Dorothea Rockburne, Tim Rollins, Andra Samelson, Carolee Schneemann, Linda Schrank, Willoughby Sharp, Carl Skelton, Steve Tomasula, Cecilia Vicuña, Linda Weintraub, Monika Weiss, Katarina Wong, oder Ellen Zweig in einem intimen Portrait mit dem offenstehenden Satz konfrontiert. 

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